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Google vs. Facebook – Soziales Netzwerk Google+ Projekt vorgestellt

Von Bernhard Heß | 30.Juni 2011

In den letzten Tagen fluten die Meldungen von Änderungen und Neuvorstellungen beim größten Suchmaschinenbetreiber durch die Medienlandschaft und so richtig weiß man gar nicht, wo man mit der Berichterstattung anfangen soll. Will man sich bei Google das beginnende Sommerloch zunutze machen, oder ist die hektische Betriebsamkeit nur die Vorankündigung für neue, ganz große Veränderungen?

Page Rank Update

Es ist erstaunlich, wie wenig Nachhall das bei vielen in der Toolbar sichtbar gewordene Page Rank Update bringt –  während vor einigen Jahren, ja Monaten diesen Updates geradezu entgegengefiebert wurde, wird heute zwar noch darüber berichtet, große Aufregung ist lange nicht mehr vorhanden. Der Pagerank ist ein Auslaufmodell, er hat kaum die Kraft, etwas über eine Webseite auszusagen und taugt inzwischen nur noch als eine Art Aushängeschild, um eventuelle Linktauschpartner zu gewinnen. Wenn überhaupt.

Redesign von Google

Im Gegensatz zum durchgeführten Pagerank Update werden bei den Änderungen an der Google-Optik unglaublich viele Stimmen laut. Obwohl oder gerade weil permanent Änderungen am Design durchgeführt werden, sollte doch hier nicht unbedingt so ein Aufruhr erfolgen. Ok, diesmal sind es einige gravierende Veränderungen, zumindest in der Optik:

Die Startseite nach dem Redesign

Redesign von Google

Die Kopfzeile ist jetzt dauerhaft eingeblendet, sie wird nicht mehr erst beim Überfahren mit der Maus sichtbar, sondern ist jetzt mit einem dunkelgrauen Balken hinterlegt und fällt damit ganz schön ins Auge. Die bislang unter dem Suchfeld zu findenden Informationen von und über Google sind nun in einer festen Fußzeile fixiert. Auch die Ergebnisseite ist etwas anders gestaltet, die Farben der linken Navigation wurden komplett überarbeitet, der graue Balken findet sich wieder und irgendwie sieht es viel übersichtlicher aus. Fertig.

Google+ Projekt – soziales Netzwerk gelauncht

Der Kampf gegen Facebook ist eröffnet. Mit dem Google + Projekt wird ein eigenes soziales Netzwerk geschaffen, mit dem der Branchenprimus Facebook ernsthafte Konkurrenz bekommen soll. Und genau an dieser Stelle frage ich mich, warum dieser Meldung die zwei anderen, zwar für Aufregung sorgenden, aber prinzipiell nicht unbedingt für diesen Zeitpunkt wichtigen Veränderungen genau zu diesem Zeitpunkt erfolgten. Sollte hier die Aufmerksamkeit bewusst auf Google gerichtet werden, unendlich viele Postings über durchgeführte Veränderungen, Google im Zentrum der medialen Aufmerksamtkeit – und dann, das Wichtigste zum Schluss…

Es scheint so. Denn mittlerweile fragt man sich vielerorts, warum diese Meldungen in so geballter Form veröffentlicht werden, aber vielleicht ist es ja einfach so, dass in der nächsten Woche Betriebsferien sind und noch die offenen Dinge vom Tisch geschafft werden müssen. :-) Hier ist das offizielle Einführungsvideo vom Google Plus Projekt:

Derzeit gibt es einen Test mit einer geschlossenen Benutzergruppe, man kann sich bewerben oder wird eingeladen. Das neue soziale Netzwerk bietet eine Vielzahl an Teilprojekten. Zunächste einmal steht das „+“ als Abkürzung für „+ You“ und damit ist gemeint, dass hier die Menschen angesprochen werden, ohne die ein soziales Netzwerk, bei allen Features nun einmal nicht funkionieren kann. Die einzelnen Bereiche sollen folgende sein:

Google+circles

Google+circles, die Google Kreise, eine deutliche Anspielung und Reaktion darauf, dass bei Facebook sämtliche als Freunde eingetragenen Personen die Statusveränderungen und Ansagen zu sehen bekommen. Es ist hier nicht möglich, zu selektieren und einige Updates nur an bestimmte Personenkreis zu richten. Bei Google Circles könnte man den „Blaumachtag“ nur an seine Schulfreunde schicken, während Eltern, Großeltern und Geschwister nichts davon erfahren.  Zu Handhaben wird das Ganzen mit dem neuen Spielzeug von Google sein, dem „DragDrop“ welches auch in der neuen Bildersuche verwendet wird. Und man fragt sich irgendwie, warum Facebook nicht schon längst auf diese Idee gekommen ist – schließlich ist es ja so, dass bei vielen Facebook-Usern hunderte „Freunde“ in den Listen stehen, die jede Statusveränderung sehen und lesen können – man ist, ohne dass es im Bewusstsein verankert ist eine öffentliche Person.

Google+sparks

Google+sparks ist die Verwertung von Empfehlungen, die über den +1-Button erfolgen sollen. Während ich mich in einem meiner früherern Artikel über die Einbindung vom +1-Button noch gefragt habe, wo diese Empfehlungen tatsächlich verwertet werden, schließt sich an dieser Stelle der Kreis. Ähnlich wie beim Facebook-Gefällt-mir-Button werden dann hier bestimmte Kontakte die Empfehlungen eingeblendet bekommen, die über den Google-Plus-1-Button gemacht werden. Falls die Einblendungen in einer Timeline erfolgen, wird damit gleich noch ein Seitenhieb auf Twitter verteilt.

Google+hangout

Google+hangout ist voll für virtuelle Rumhänger gedacht. Hier wird die Webcam angeworfen und man kann den hyperfunktionalen Videochat für Videokonferenzen nutzen. Teambesprechungen vor Ort werden in Zukunft überflüssig, denn man kann jetzt alles von Zuhause aus, direkt vor dem Rechner erledigen. Soll das die Zukunft sein? Neben der Erhöhung des Konkurrenzdrucks auf Facebook und Twitter soll dann wohl eine Alternative zum Branchenriesen Skype geschaffen werden.

Google+mobile

Der Dienst Google+mobile bietet verschiedene Funktionalitäten, so soll die Mitteilung des Standortes über Mobilfunktelefone ermöglicht werden und das Hochladen von Fotos über das Handy soll vereinfacht werden. Dieser Dienst scheint nur eine Ergänzung zum kompletten Programm des Google + Projekt zu sein.

Google+huddle

So richtig ist noch nicht ersichtlich, warum Google+huddle einen extra Namen bekommen hat. Die beschriebenen Funktionalitäten lesen sich so, als würden sie zu den Google-Kreisen gehören. Vielleicht wird an dieser Stelle noch nachgelegt.

Fazit und Ausblick

Mit der Bereitstellung des sozialen Netzwerks, dem Google+ Projekt, ist der direkte Konkurrenzkampf mit Facebook eröffnet. Vom Funktionsumfang her eine deutliche Steigerung – jedoch fehlen einfach die Nutzer. Nachdem Google in den letzen Jahren den Social-Media-Zug ganz klar verpasst hat, soll jetzt der Anschluss wieder hergestellt werden. Es ist klar, dass in Zukunft massive Werbekampagnen folgen werden, die möglichst viele Nutzer in das soziale Netzwerk von Google ziehen sollen. Allerdings ist auch klar, dass Facebook nicht tatenlos zusehen wird, wie die eigenen Funktionalitäten übernommen und erweitert werden.

Obwohl man glaubt, dass Facebook die unangreibare Vorreiterstellung hat, bin ich mir nicht sicher, wie der neue Dienst angenommen wird. Nicht nur, dass Google über schier unendliche technische und finanzielle Ressourcen verfügt, die das Aufschließen möglich erscheinen lassen, man erinnert sich auch an die einstige Pole-Position vom Studi.vz, welches mittlerweile um Längen von Facebook in die Schranken verwiesen wurde.

Es bleibt abzuwarten, wie das Google+Projekt von den Nutzern angenommen wird. Ich freue mich jedenfalls auf die zukünftigen Neuerungen!

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Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

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