Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung

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Kostenlose Google-Produktsuche wird eingestellt

Von Bernhard Heß | 1.Juni 2012

Nachdem in den letzten Monaten im Rahmen der Universal Search immer mehr Shoppingergebnisse aus der kostenlosen Produktsuche zwischen die organischen Suchergebnisse eingeblendet wurden, ist es nicht verwunderlich, dass Google nun verkündet, dass die kostenlose Listung in der Produktsuche eingestellt wird und die Einblendung von Produkten in die Suchergebnisse nun durch kostenpflichtige Product Listing Ads ersetzt wird.

Warum?

Nachdem in den letzten Jahren immer weiter an der Integration und verbesserten Darstellung der Produkte in den Suchergebnissen gefeilt wurde und mit dem kostenlosen Dienst eine Vielzahl an Händlern geworben wurde, deren viele sich hier in Vergangenheit einen umsatzstarken Vermarktungskanal aufbauen konnten, zeigt sich einmal mehr, dass sich vom Suchmaschinenbetreiber in Vergangenheit geprägte Aussagen wohl als Geschwätz von gestern herausstellen. Die Mehreinnahmen für den nun kostenpflichtigen Traffic dürfen sich laut Studie des Produktsuchen-Spezias Wingo auf einen 3-stelligen Millionbetrag einpendeln.

Während hauptsächlich bei den Betreibern von Onlineshops ein Aufschrei über die Praktiken des Suchmaschinengiganten und die zukünftig anstehenden Kosten für die Platzierung der Produkte durch die Reihen geht, bleibt mir als Suchmaschinenoptimierer nur der Hinweis darauf, dass die Suchmaschine immer noch ein Unternehmen ist, in dem letzlich die Umsätze bzw. Gewinne zählen. Von der Genialiät und Macht nicht zu sprechen, sich zunächst mit kostenlosen Diensten über eine langen Zeitraum eine Nutzerschar zu generieren, die später auf diesen Vertriebskanal angewiesen ist und somit auf die Buchung der kostenpflichtigen Ads ausweichen muss.

Wann?

Schon im Juli soll die kostenlose Produktsuche auf die kostenpflichtigen PLA´s umgestellt werden – allerdings zunächst in den USA. In Deutschland soll die Einführung wohl erst im Jahr 2013 kommen, Händler haben daher noch eine gewisse Frist, um sich langfristig auf die kommenden Kosten einstellen zu können oder die eigenen Vermarktungsstrategie zu überdenken.

Was bedeutet das?

Natürlich können keine pauschalen Aussagen für alle Händler getroffen werden. Meiner Ansicht nach sind hauptsächlich die Betreiber kleinerer Shops betroffen, die die kostenlose Produktsuche durch die Bereitstellung eines variablenreichen Datenfeeds als festes und kostenloses Standbein in Ihrem Vertriebsnetz integriert haben. Die Buchung der kostenpflichtigen Produktanzeigen wird nicht nur zu einem erhöhten Zeitaufwand führen, sondern durch die dadurch verursachten Kosten den kleinen Händlern das Leben schwer machen. Große Shops verfügen meist über viele Vertriebskanäle und die nötige personellen und finanziellen Kapazitäten, um sich schnell an die neuen Gegebenheit anpassen zu können. Der Trend zeigt also weiterhin in Richtung Monopolismus.

Die Konsequenzen

Nach vielen Ankündigungen und Beteuerungen der letzten Jahre, dass die Dienste des Suchmaschinenbetreibers kostenlos bleiben, sollte man davon ausgehen, dass in Zukunft weiter versucht wird, aus kostenlosen Diensten größeren Nutzen zu ziehen. Deutsche Händler, die bisher die Produktsuche als Vertriebskanal als Hauptstandbein nutzen, sollten sich über die Einführungsphase in den USA freuen und die zur Verfügung stehende Zeit nutzen, um sich auf neue Vertriebskanäle zu konzentrieren. Die Einführung wird zeigen, ob Produkte zugunsten der Buchung der PLA´s in Zunkunft auch aus den organischen Ergebnissen verschwinden werden.

Breites Streuen der vorhandenen Produkte über Adwords, PLA´s, Affiliate-Programme, Corporate-Blogs, Social-Media, Branding und Offline-Marketingmaßnahmen ist meiner Meinung nach der richtige Ansatz. Durch Umstellungen in einem Vertriebskanal ist es meist so, dass deren Verluste oft durch Zugewinne in anderen Kanälen ausgeglichen werden können.

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Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

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