Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung

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Direktvertieb – Internet als Haustürgeschäft

Von Bernhard Heß | 5.Oktober 2011

Prinzipiell ist meine Tätigkeit als Suchmaschinenoptimierer perfekt auf meine persönlichen sozialen Fähigkeiten, die so genannten Soft Skills, abgestimmt. Allem Neuen stehe ich skeptisch gegenüber, prüfe erstmal eingehend und bin eher vorsichtig im Auftreten und zurückhaltend im Gespräch. Das sind keine schlechten Eigenschaften, für den Direktvertrieb aber eher ungeeignet.

Was sind Soft Skills?

Wikipedia meint dazu: Soziale Kompetenz, häufig auch soft skills genannt, ist die Gesamtheit persönlicher Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, individuelle Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne auch das Verhalten und die Einstellungen von Mitmenschen zu beeinflussen. Soziale Kompetenz umfasst Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich oder notwendig sind.

In den letzten Jahren habe ich mit diversen Internetprojekten die Erfahrung gemacht, dass es für mich persönlich wesentlich einfacher ist, ein Online-Angebot zu erstellen, was von Menschen über die unterschiedlichsten Marketing-Kanäle im Internet gefunden wird und ausgehend davon ein Gespräch aufzubauen, welches oft mit einem Verkauf oder oder einer Bestellung abgeschlossen wird.

Direktvertrieb und Haustürgeschäft

Beim Direktvertrieb werden meist Produkte oder Dienstleistungen an den Endverbraucher verkauft, die Handelskette entfällt und dadurch können an den Kunden günstigere Preise weitergegeben werden. Meist wird der Direktvertrieb als ein zusätzlicher Vertriebskanal behandelt, der über Provisionen abgerechnet wird. Wird bei einem Vertreterbesuch ein Geschäftsabschluss erreicht, kann diese Vereinbarung als Haustürgeschäft bezeichnet werden, das eine besondere juristische Vereinbarung ist.

Verkauf von Internet an der Haustür?

Nun ist es ohne langes Überlegen besser, sich finden zu lassen, denn hier wird schon über die vorhandene Internetseite eine Erwartungshaltung aufgebaut, die schließlich zum Anruf beim Anbieter oder zur Kontaktanfrage per E-Mail führt. Schon oft genug habe ich selbst argumentiert, dass man die besten Suchmaschinenoptimierer wohl an der Stelle findet, wo sie tätig sind – nämlich über Referenzen in den Ergebnislisten der Suchmaschinen. Und dass den guten Suchmaschinenoptimierer nicht über geschaltete Adwords-Anzeigen oder eben über den Direktvertrieb per Haustürgeschäft gibt.

Neue Erkenntnisse und Erfahrungen beweisen aber, die Wahrheit ist gar nicht schwarz oder weiß – sondern eher grau. Tatsächlich habe ich mich vor einigen Monaten entschlossen, mir ein weiteres Standbein aufzubauen. Nach einigen Jahren als Inhouse-SEO bei einem Versandhaus im Ruhrgebiet und der Rückkehr ins heimatliche Thüringen waren es zunächst über das gesamte Bundesgebiet verstreute Kunden, mit denen ich zu hatte und natürlich auch immer noch zu tun habe.

Strukturell ist der Kyffhäuserkreis mit der höchsten Arbeitslosenquote von Thüringen ganz am hinteren Ende der Statistik geführt, und nachdem ich eher durch Zufall auf City-Map gestoßen bin und die Chance sah, mit meinen Fähigkeiten auch Firmen der Region im Internet ein Stück weit nach vorn helfen zu können, entschloss ich mich nach eingehender Begutachtung des Systems und seiner Möglichkeiten, einem Besuch bei einer Info-Veranstaltung in Hannover und einem Praxistag zur Übernahme der heimatlichen Region als Franchise-Nehmer für City-Map:

Screenshot der Startseite von City-Map

Neue Möglichkeiten mit City-Map

Als Franchise-Nehmer nutzt man die Möglichkeiten eines zentralen Systems und eine Geschäftsidee, die sich schon in vielen Regionen bewährt hat. Man zahlt eine Nutzungsgebühr an den Franchise-Geber, ist jedoch frei in seinen Entscheidungen und ist sein eigenen Chef. Jedoch ist man irgendwie auch in einer Gemeinschaft eingebunden und hat die Möglichkeit, sich bei Unklarheiten an den zentralen Support oder an Gleichgesinnte zu wenden.

Geht man allein vom Namen aus, verbirgt sich hinter diesem Portal ein Stadtplan. Nach eingehender Analyse steckt weitaus mehr hinter dieser Geschäftsidee, nicht umsonst ist das einzinge Franchise-System im Bereich Internet, was im aktuellen Bewertungs-Ranking (Zeitschrift: Impulse) geführt wird. In Kombination mit Informationsseiten zu Ausflugszielen, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Kinoprogramm der Region wird das Branchenverzeichnis von City-Map zu einem lebendigen Internetmarktplatz der jeweiligen Region. Durch die starke Verlinkung und bundesweite Vernetzung aller Regionen werden die Brancheneinträge hervorragend in den Google-Ergebnislisten positioniert und ein enormes Besucherpotential steht für die Seiten der Kunden zur Verfügung.

Neben der Verschaltung in den einzelnen Branchen stellt das System zusätzlich noch ein leistungsfähiges Content-Management zur Verfügung und bietet Internetdienstleistungen von A-Z, von der Domainregistrierung über die Erstellung von Bildern und Content bis hin zum Webhosting.

Für mich als Suchmaschinenoptimierer ist das die ideale Ergänzung zu meinem eigenen Angebot. Durch die Möglichkeit, leistungsstarke Marketing-Paket zu buchen, von der regionalen Vernetzung im Kreisgebiet, über die Schaltung im Bundesland bis hin zur Verschaltung im gesamten Bundesgebiet kann man für jeden Bedarf die entsprechende Ergänzung finden. Der Kunde kann sich über zusätzliche Besucher aus dem City-Map-Portal, starke Verlinkungen und steigende Rankings freuen.

Internetseiten als Direktvertrieb

Nachdem ich in den letzten Monaten sehr gute Erfahrungen mit meinen neuen Möglichkeiten gemacht habe und zunächst meine Hauptanstrengungen auf die Belebung des Marktplatzes gelegt hatte, wollte ich mich nun im aktiven Direktvertrieb versuchen und einige Kunden mit passivem Eintrag, die ich über Rundschreiben und Callcenter für einen Termin gewinnen konnte vom Nutzen des Portals überzeugen.

Bei fast 200 kontaktierten Kunden kam es zu lediglich zwei konkreten Terminvereinbarungen, von denen mich der erste Kunde mit den Worten „Wenn es etwas kostet, können Sie gleich wieder gehen“ begrüßte und der zweite Kunde erst gar nicht zur vereinbarten Uhrzeit anzutreffen war! Und damit ist für mich klar – der Verkauf von Internet über Direktvetrieb ist nicht mein Ding.

Es genügt offensichtlich nicht, ein herausragendes Produkt zu haben, vielmehr bedarf es stoischer Gelassenheit gegenüber Kritik, spontanen Reaktionen auf Ein- und Vorwände und des richtigen Vertriebskanals, um das Produkt auch zum Erfolg zu führen.

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Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

Topics: Allgemein | 2 Kommentare »

2 Kommentare to “Direktvertieb – Internet als Haustürgeschäft”

  1. Thomas meint:
    5.Oktober 2011 at 23:35

    Ich kann mir schon vorstellen, dass so etwas schwierig an den Mann/Frau zu bringen ist.

    Wer sich allerdings von dem Satz “Wenn es etwas kostet, können Sie gleich wieder gehen” abschrecken lässt, ist für den Direktvertrieb wohl wirklich nicht geeignet.

    Gruß
    Thomas

  2. Bernhard Heß meint:
    6.Oktober 2011 at 07:34

    Ganz Deiner Meinung, aber vielleicht ist es auch ganz gut zu wissen, wofür man nicht umbedingt geeignet ist, damit man sich auf die eigenen Stärken konzentrieren kann…

Kommentare