Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung

« | Home | »

Neue Datenschutzerklärung bei Google

Von Bernhard Heß | 30.Januar 2012

Vor einigen Tagen gab es bereits die Ankündigung auf der Startseite von Google, dass die Datenschutzerklärungen der einzelnen Google-Dienste durch eine zentrale Datenschutzerklärung ersetzt werden. Nun hat der Suchmaschinenbetreiber begonnen, die Nutzer der Dienste über E-Mails direkt zu informieren, hier heißt es:

„Sehr geehrte Google-Nutzer,
die mehr als 60 verschiedenen Datenschutzbestimmungen für die unterschiedlichen Google-Produkte werden durch eine zentrale, kompaktere und verständlichere Version ersetzt. Wir möchten Ihnen eine unkomplizierte und intuitive Nutzung der Google-Produkte bieten. Daher umfasst unsere neue Datenschutzerklärung eine Vielzahl an Produkten und Funktionen.“

Die E-Mail zur Änderung der Datenschutzerklärung

E-Mail zur Änderung der Datenschutzerklärung

Neben der Suchmaschine betreibt man viele kostenlose Dienste wie beispielsweise Youtube, GoogleMail und den GoogleKalender, welche zur Monopolstellung des Giganten beitragen. Bisher erfolgte die Registrierung für jeden einzelnen Dienst, nun nimmt sich Google das Recht, die Nutzer der einzelnen Dienste abzugleichen und zentral anzulegen.

Argumentation

Die unkomplizierte und intuitive Nutzung der einzelnen Produkte ist das Hauptargument des Suchmaschinenbetreibers, man will es dem Nutzer durch die zentrale Anlage des Profils ermöglichen, alle Produkte ohne komplizierte Registration nutzen zu können. Natürlich ist einfach gut, jedoch stecken meiner Ansicht nach weit mehr Vorteile für den Betreiber der Suchmaschine dahinter, als für die Nutzer der einzelnen Dienste, die es bisher immer geschafft haben, sich für die Dienste von Interesse zu registrieren.

Der Datenschutz bleibt höchste Priorität.

„Mithilfe von Produkten wie dem Google Dashboard, dem Anzeigenvorgaben-Manager und weiteren Tools möchten wir Ihnen die höchstmögliche Transparenz sowie verständliche Einstellungen zur Kontrolle Ihrer Daten bieten. An unseren Datenschutzprinzipien hat sich nichts geändert. Ihre persönlichen Daten werden weder von uns verkauft, noch (abgesehen von seltenen Ausnahmefällen wie wirksamen rechtlichen Anfragen) ohne Ihre Genehmigung weitergegeben.“

Chancen und Risiken

Während dem Nutzer über die Pressestrategie kommuniziert wird, dass er mit der Umstellung größtmögliche Transparenz und Kontrolle über die Daten erhält, werden doch im Hintergrund die einzelnen Daten zusammengerührt und ermöglichen es, für jeden einzelnen Nutzer eine Menge an Daten und Informationen zusammenzutragen, die es erleichtern, auf den einzelnen Nutzer gezielte Werbung einzublenden, welche die Gewinne über die Google-Werbekanäle Adwords das Gegenstück Adsense steigern werden, die die Haupteinnahmequelle für Google darstellen.

Im angemeldeten Zustand erhält der Suchmaschinenbetreiber viele Informationen aus den einzelnen Diensten über den Nutzer, man weiß nicht nur was gesucht wird, sondern viel mehr: Über Youtube ist zu erfahren, was für Musik und Freizeitaktivitäten der Nutzer mag, in GoogleMaps und Latitude lassen sich Aufenthaltsort und zukünftige Urlaubsziele herausfinden, über GooglePlus weiß man, mit welchen Kontakten der Nutzer kommuniziert und über die GoogleDocs kann man mehr über die vom Nutzer erstellte Dokumente erfahren.

Obwohl die neue Datenschutzerklärung ganz offiziell unter dem Deckmantel der Datensicherheit läuft, ist es letztlich nichts anderes, als über jeden Nutzer eine eigene Akte anzulegen, die mit der Zeit immer mehr wachsen wird. Immer neue Dienste aus allen Bereichen des virtuellen und realen Welt kommen hinzu, sodass die Gewinne weiter maximiert werden und immer mehr Aufschluss über die einzelnen Nutzer gewonnen werden kann.

Natürlich ist das alles in Ordnung, solange diese Sammlung allein dem Nutzer dient. Dass ihm relevante Werbung angezeigt wird, oder dass er in kürzer Zeit zu dem Suchergebnis gelangt, zu welchem er will. Aber wo ist die Grenze?

Visionen

Düstere Visionen aus Science Fiction Romanen, welche die Übernahme der Macht durch Maschinen beschreiben und die Versklavung der Menschen durch Computer beschreiben scheinen gar nicht mehr so unrealistisch, denn was passiert, wenn die vielen gesammelten Informationen in die falschen Hände gelangen? Wie sicher sind die Daten bei Google? Gibt es nicht dort auch Mitarbeiter, die durch den Wink des großen Geldes zur Veruntreung der Daten verleitet werden können? Bleibt Google bei seinem sauberen Image, oder wird sich die Struktur des Internetriesen über kurz oder lang verändern? Sollte ein unabhängiges Kontrollgremium eingesetzt werden, was sich mit der Datensicherheit beschäftigt?

Mittlerweile scheint sich Google immer mehr Geschäftsfelder zu erschließen, um die ohnehin schon manchmal besorgniserregende Machtfülle weiter steigern zu können. Natürlich ist die Gewinnmaximierung eine zentrale Frage in jedem Unternehmen, betrachtet man jedoch den rasanten Verlauf und das Wachstum des weltweit agierenden Konzerns, sind manchmal Bedenken angebracht. Die neue Datenschutzerklärung ist wohl nur ein weiterer Baustein des Gerüsts…

Ein Bookmark setzen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • MySpace
  • Oneview
  • SEOigg
  • Technorati
  • TwitThis

Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

Topics: Allgemein | Kein Kommentar »

Kommentare