Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung

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Onpage SEO – wichtige Grundlagen

Von Bernhard Heß | 19.April 2011

Die klassischen Agenturen und Dienstleister für Suchmaschinenoptimierung unterscheiden ihre angebotenen Dienste meist strikt in zwei Teilbereiche:

1. Onpage SEO / Onpage-Optimierung:

Dazu gehören alle Maßnahmen, die auf der Webseite selbst passieren, wie Optimierung des Quellcodes der Webseite, Anpassungen der vorhandenen Texte, Verwendung von Überschriften, Gliederung der Urls, Anpassung der Navigation usw.

2. Offpage SEO / Offpage-Optimierung:

Unter diesem Begriff werden alle Maßnahmen verstanden, die nicht auf der eigenen Homepage stattfinden. Letztlich ist darunter hauptsächlich Linkbuilding zu verstehen, was letztlich als Marketing-Maßnahme verstanden werden kann. Je mehr unterschiedliche Verweise auf die Homepage zeigen, desto wichtiger wird die Webseite von der Suchmaschine eingestuft und desto höher steigt sie im Ranking.

Obwohl die Unterscheidung in Onpage-SEO und Offpage-SEO gemacht wird, ist es in der Regel am wirkungsvollsten, wenn bei Teilbereiche kombiniert werden, um ein hohes Ranking in den Suchmaschinen zu erreichen.

Optimierungen bestehender Webpräsenzen bedeuten immer zusätzliche Arbeit und damit auch zusätzliche Kosten. Der schlaue Webseitenbetreiber weiß, dass vor der Erstellung einer Webseite eine Analyse gemacht werden sollte, in deren Rahmen die Keywords herausgesucht werden sollten, um die die spätere Homepage einmal gebaut werden soll.

Im Folgenden möchte ich beschreiben, wie ich an die Erstellung einer Webseite herangehen würde und was für Schritte schon vor der Webseitenerstellung gemacht werden sollten. Um dabei nicht in grauer Theorie zu versinken, möchte ich ein (fiktives) Beispiel verwenden, welches verdeutlichen soll, wie man planen könnte. Dabei sollen nur die wichtigen Schritte beschrieben werden, auf Feinheiten wird an dieser Stelle nicht eingegangen.

Das Beispiel:

Ein Geschäft für Dips, Saucen und Snacks aus aller Welt mit einem ziemlich großen und einzigartigen Sortiment möchte sich einen Onlineshop als zusätzlichen Vertriebskanal aufbauen. Für den Aufbau dieses Vertriebskanals ist ein großes Budget vorhanden und eingeplant und so kann die Full-Service-Agentur eine lehrbuchgerechte Planung beginnen.

Der erste Schritt ist die Auswahl der richtigen Domain. Die Firma selbst sieht sich perspektivisch als Onlineversender für nationalen Bereich, importiert zwar die Waren aus aller Welt, sieht aber den Hauptumsatz im deutschsprachigen Bereich. Daher empfiehlt sich für die Auswahl der Domain die deutsche Top-Level-Domain mit de-Endung. Als Domainname sollte das Hauptkeyword bzw. die Hauptkeywords herhalten. Dieses Wort sollte einerseits das Gesamtangebot der Webseite beschreiben und andererseits eine gewisse Suchhäufigkeit bei Google haben. Um das zu überprüfen, empfiehlt sich das Google Adwords Keyword Tool:

Google AdWords Keyword Tool

Diese Tool eignet sich hervorragend, um Suchbegriffe auf ihre Suchhäufigkeit und die Mitbewerberdichte zu überprüfen und festzustellen, wieviele monatliche Suchanfragen getätigt werden. Gleichzeitig werden auf Basis der Eingabe verwandte Suchbegriffe ausgegeben, die eventuelle höhere Suchhäufigkeiten oder geringere Mitbewerberdichten haben und damit besser geeignet für den jeweiligen Verwendungszweck sind.

Nach Eingabe der Suchworte „Dip Shop“ und „Saucen Shop“ wird eine lange Liste mit möglichen Begriffen ausgegeben. Dabei stellen wir fest, dass „Dip Shop“ mit 720 globalen Suchanfragen im Monat geführt wird, der „Saucen Shop“ schon mit 3.600 globalen Suchanfragen. Da sich die Klicks dieser Suchanfragen letztlich auf alle Ergebnisse auf organischem Suchindex und der Adwords-Werbung verteilen, kann man an dieser Stelle schlussfolgern, dass auf dieser Basis keine Domain ausgewählt werden kann. Wenden wir uns also den semantisch verwandten Suchbegriffen zu und schauen mit der Brille des späteren Kunden auf die Begriffe und suchen uns den Begriff heraus, der erstens eine relativ hohe Suchhäufigkeit, zweitens eine geringe Mitbewerberdichte und drittens die höchste Wahrscheinlichkeit einer dahinter steckenden Kaufabsicht hat – also einen Begriff, der eine gute Conversion verspricht.

Der Conversion-Begriff #1 aus der vom Tool ausgegebenen Liste ist eindeutig: „Scharfe Sauce bestellen“ – hinter der Eingabe dieses Suchbegriffes steckt eine eindeutige Kaufabsicht, jedoch steckt der Teufel im Detail, mit nur 36 globalen Suchanfragen im Monat und einer immens hohen Mitbewerberdichte scheidet er für die Auswahl unsere Domain aus.

Beim Blick über die ausgegebenen Begriffe stellt man schnell fest, dass verschiedene Saucen-Arten wie „asisatische Saucen“, „scharfe Saucen“ und „Salsa Saucen“ häufig gesucht werden – hier werden wir hellhörig, weil an dieser Stelle einen ersten Hinweise auf die Kategorisierung unserer Produkte erhalten, doch zurück zum Thema, wir brauchen ja noch die richtige Domain.

Die Begriffe „Scharfe Saucen“ (2.400 x) und „Saucen Shop“ (3.600 x) werden desöfteren gesucht. Da Saucen einen Hauptteil des Sortimentes ausmachen und als Zugpferd für viele weitere verwandte Produkte gelten, entscheiden wir und für die Domain:

www.scharfe-saucen-shop.de

Weiterhin möchten wir die etwas speziellere Domain:

www.chili-saucen.de

als Domain für eine hochwertige Landing-Page und Satelliten-Seite, die uns später für das Linkbuilding dient und auch direkte Kunden über die Keywords „Chili Saucen“ und „Chili Sauce“ bringen wird.

Da wir nicht wissen, ob die Domains noch frei sind, nutzen wir Checkdomain.de zur Überprüfung, indem wir den gewünschten Namen in die Suchmaske eingegeben – und siehe da – die Domains sind frei uns werden sofort von uns besetzt.

Mit der Auswahl der zum Angebot passenden Domain haben wir schon die Hauptkeywords festgelegt und nutzen den momentan noch gewichtigen Ranking-Faktor „Keyword-Domain“ massiv aus, um unseren Shop im organischen Index nach oben zu bringen.

Als nächstes geht es an die Kategorisierung des Sortimentes. Neben den bereits oben erwähnten Saucen-Arten können hier noch die Häufigkeiten für die anderen Produkte überprüft werden, so können alle Begriffe wie Kartoffelchips, Käse-Cracker und Erdnüsse für die Produkte vorhanden sind, im Keyword-Tool überprüft werden. Man sucht sich, wie schon beschrieben die Begriffe aus, die möglichst hohe Suchhäufigkeiten, geringer Mitbewerberdichten und aus der Sicht des Kunden betrachte eine hohe Conversion-Wahrscheinlichkeit aufweisen. Es empfiehlt sich bereits in der Planung, eine Übersicht anzufertigen, die die Struktur des Shops wiedergibt und die Suchhäufigkeiten der einzelnen Ebenen sammelt, um einen Überblick über das Potenzial zu geben:

Suchhäufigkeiten von Saucen

Übersicht Suchhäufigkeiten

Mit so einer Tabelle kann man sich die spätere Struktur des Shops schrittweise erarbeiten – schon hier ist erkennbar – mit den richtigen Begriffen für die Startseite, 3 passend gewählten Hauptkategorien und 3 verschiedenen Produkten hat man schon ein riesiges Potenzial, um später gut gefunden zu werden. Und in der Regel sollte ein Onlineshop über Miniumu 100 verschiedene Produkte verfügen, um eine gewisse Mengen an Content bereitzustellen.

Die Planungsarbeiten hängen ganz vom Sortiment ab und können einige Zeit in Anspruch nehmen, noch bevor irgendeine Seite online gestellt wird. Auf Basis dieser Überlegungen wird später ein ganzes Shopsystem aufgebaut werden, welches in möglichst kurzer Zeit Umsätze generieren und Gewinne abwerfen soll – daher ist ausführliche Planung der wichtigste Grundstein des späteren Erfolges.

Nachdem die entsprechenden Keyword sorgfältig ausgewählt worden sind und mit den aus dem Keyword-Tool entnommenen Suchhäufigkeiten überprüft wurde, was für ein Potenzial vorhanden ist, kann es an die Auswahl des Shopsystems gehen. Dabei sollten verschiedene Punkte berücksichtigt werden. Um nicht so weit auszuschweifen sollten hier mit Bedienbarkeit des Systems durch den Shopbetreiber, Pflege und Aktualisierung der Artikel, vorhandene Schnittstellen zu Produkt- und Preissuchmaschinen und natürlich nicht zuletzt auf die Suchmaschinenfreundlichkeit des Systems nur einige Faktoren genannt werden.

Angefangen bei der Startseite, sollten für jede Hauptkategorie, jede Unterkategorie und jedes Produkte umfangreiche und vor allem einzigartige Texte erstellt werden, in den das Keyword (siehe Keyword-Tool) ca. 2-3 Mal pro hundert Worte wiederholt wird. Diese Keyword sollte sich nicht nur in den Texten, sondern auch in Seiten-Titel, Meta-Description, Überschriften und Unterüberschriften wiederfinden ohne vom Kunden als aufdringlich, weil zu oft wiederholt, wahrgenommen zu werden.

Mit der Analyse des Potenzials, der Auswahl der richtigen Domain, der Strukturierung des Angebotes und der inhaltlichen Bestückung jeder einzelnen Seite sind die wichtigsten Voraussetzungen für Onpage SEO geschaffen. Neben individuellen Texten, aussagekräftigen Bildern, einer großen Anzahl von aussagekräfitgen Produktseiten und der Auswahl des richtigen Systems  hat der Webseitenbetreiber die wichtigsten Voraussetzungen im Onpage-Bereich erfüllt, um in Kombination mit der richtigen Offpage-Marketing-Strategie in Suchmaschinen erfolgreich zu werden.

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Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

Topics: Allgemein | 1 Kommentar »

Ein Kommentar to “Onpage SEO – wichtige Grundlagen”

  1. Walter meint:
    6.Juni 2011 at 22:31

    In dem obigen Beitrag wird detailliert auf die Thematik der On-Page-Optimierung eingegangen, jedoch so, dass es auch für einen Laien verständlich sein sollte. Das geschilderte Beispiel samt der schrittweise dargestellten Vorgehensweise tragen zudem dazu bei, es leicht nachvollziehen zu können.
    Was ich jedoch vermisse, ist die Rolle von Grafiken, z.B. Bildern, bei der On-Page-Optimierung. Abgesehen davon, dass sie für den Besucher nützlich oder zumindest optisch ihre Wirkung haben, lassen sie sich darüber hinaus auch für Optimierungszwecke verwenden.

    Mfg
    Walter

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