Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung

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Spracheingabe mit Spracherkennungs-Software

Von Bernhard Heß | 25.März 2011

Da der menschliche Körper von Natur aus eher eine Allzweckmaschine ist und nicht auf dauerhafte einseitige Belastungen ausgelegt ist, kommt es in der heutigen Zeit zu immer mehr körperlichen Beeinträchtigungen. Erstaunlicherweise sind davon nicht nur körperlich schwer arbeitende Personen betroffen, sondern immer häufiger auch Menschen in rein sitzenden Tätigkeiten.

Der Computer-Arbeitsplatz als Verursacher von Berufskrankheiten? Eindeutig, denn durch falsches Sitzen, zu wenige Pausen, den falschen Bildschirmabstand oder unzureichende Sitzmöbel können Fehlentwicklungen begünstigt und Krankheiten hervorgerufen werden.

Als Betroffener möchte ich an dieser Stelle kurz schildern, dass es durch dauerhafte einseitige Belastungen in meiner letzen Festanstellung, permanentes Sitzen in ungünstiger Haltung und ständigen Druck auf die Nervenbahnen durch die aufgelegten Unterarme zur rechts- und linksseitigen Einklemmung meiner Nervenbahnen in den Ellenbogen kam. Die Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit um mehr als ein Drittel machte sich in permanenten Schmerzen in Unterarmen und Handgelenken, sowie Taubheitsgefühle in den kleinen Fingern und der äußeren Hälfte der 4. Finger bemerkbar.  Dass meine Tätigkeiten als Suchmaschinenoptimierer neben Konzentration und geistiger Betätigung viel Tipparbeit erforderten, die ich im 10-Finger-System mit bis zu 400 Zeichen pro Minute erledigte, war mir zwar bewusst, dass das aber die Ursache für meine Beschwerden sein sollte, wollte ich lange Zeit nicht wahr haben. Neben der Arbeit war ich sportlich sehr aktiv, fuhr mehr als 100 Kilometer Fahrrad die Woche und ging in regelmäßigen Abständen zum Schwimmen.

Um es abzukürzen, nach beidseitigen Operationen zur Freilegung der Nerven, anschließender Kur und ambulanter Rehabilitation hat sich der Gesundheitszustand weitgehend stabilisiert, die Taubheitsgefühle sind verschwunden und die Schmerzen in den Handgelenken haben deutlich abgenommen. Rückblickend betrachtet war meine sportliche Aktivität kein Ausgleich, sondern nur ein Katalysator der Problematik – denn zusätzich zur  sitzenden Haltung am Arbeitsplatz verstärkte ich mit dem Fahrradfahren und falschem Schwimmen nur die Beschwerden.

Als ich der Ursache meiner Probleme auf den Grund gehen wollte und sich langsam herauskristallisierte, dass die Probleme nicht mit kurzfristigen Behandlungen gelöst werden konnten, kam ich zum ersten Mal mit den Themen Spracheingabe, Spracherkennung und Spracherkennungs-Software in Berührung.  Mein damaliger Chef übernahm die Kosten und innerhalb kurzer Zeit hatte ich die nach eigenen Recherchen leistungsfähigste Software in den Händen:

Dragon Naturally Speaking 10:

Zwar bin ich neuen Produkten generell aufgeschlossen, aber „dreimal schneller als Tippen“, das wollte ich nicht glauben, hatte ich doch soviel Mühen in das peinlich genaue Lernen des 10-Finger-Systems gesteckt, um effektiv am Rechner arbeiten zu können.

Nachdem ich nun schon fast ein Jahr in aller Regelmäßigkeit mit dieser Software arbeite und sie auch zur Unterstützung meiner Postings nutze, möchte ich an dieser Stelle eine Lanze für die Spracheingabe mit Spracherkennungs-Software brechen und einige Punkte aufzählen, die mich als Anwender begeistern.

Im Leistungsumfang meiner „Preferred Mobile“ Edition waren neben der leicht zu installierenden Software auf CD auch ein Head-Set und ein Diktiergerät enthalten. Über das Diktiergerät ist es möglich, Notizen, Texte, Briefe und E-Mails unterwegs aufzuzeichnen und im Anschluss per Datenkabel und Software in die Schriftform zu übertragen. Dieses Diktiergerät habe ich zwar getestet, nutze die Funktionen aber nicht, da mir der Aufwand für die Nachbearbeitung zu hoch ist.

Nach der Installation muss die Software an die eigene Stimme angepasst werden – dazu werden am Bildschirm längere Texte eingeblendet, die vorgelesen werden müssen. Das dauert zwar einige Zeit, die aber beim späteren Diktieren schnell wieder hereingeholt werden kann.

Ich nutze die Spracheingabe per Spracherkennung hauptsächlich für die Erstellung von längeren Texten, beim deutlichen Sprechen ist die Fehlerquote relativ gering, auftretende Fehler werden gleich beseitigt und damit entsteht kein Aufwand für die Nachbearbeitung. Die Eingabe von Texten mittels Spracherkennung ist ein Lernprozess – am Anfang erscheint es ungewohnt, alleine vor seinem Computer zu sitzen und die Texte zu sprechen, statt zu Tippen. Auch kleine Selbstgepräche, Flüche oder Bemerkungen werden sofort in Schrift umgesetzt und sorgen für manche Erheiterung zwischendurch.

Während die Software meiner Ansicht nach in der Basis-Version Schwierigkeiten mit Fremdworten und englischen Begriffen hat, ist es ein absolutes Plus, dass individuelle Befehle und Wörter, die nie richtig umgesetzt, aber im Sprachgebrauch oft verwendet werden,  angelernt werden können. Beispielsweise kann für den Sprachbefehl „Handynummer“ die Zahlenkombination der eigenen Telefonnummer hinterlegt werden, die dann beim Nennen des Sprachbefehls umgesetzt wird.

Für mich bedeutet die Möglichkeit der Spracheingabe mit Spracherkennungs-Software hauptsächlich die Entlastung für die Arme und Rücken. Während ich von Haus aus ein schneller Tipper bin, glaube ich, mit der verwendeten Software mindenstens genauso schnell zu sein, jedoch auf keinen Fall 3-mal so schnell. Aber das war auch nicht meine Erwartung. Tatsächlich macht es mir diese Software möglich, meinen Beruf in leicht veränderter Art und Weise fortzuführen und ist deshalb von bedeutendem Wert für mich.

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Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

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