Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung

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Tipps zur Steigerung der Conversion

Von Bernhard Heß | 23.Juli 2012

Der Blitzsommer 2012 hat gerade begonnen und viele Webseitenbetreiber sehen in ihre Statistiken mit wachsendem Unbehagen. In den meisten Bundesländern haben die Sommerferien begonnen und es ist Haupturlaubszeit, zusätzlich animiert das schöne Wetter viel eher zum Baden, Sonnen oder wenigstens zum Schauen aus dem Bürofenster. Hinter dem momentan Rückgang der Besucherzahlen sollten nicht gleich wieder Google-Updates, Abstrafungen und Negativ-SEO der Konkurrenz vermutet werden, viel eher wäre es an der Zeit, sich auf die schönen Sommertage zu konzentrieren und sich zu entspannen.

Während Webmaster in den vergangenen Jahren fast ausschließlich auf wachsende Besucherzahlen fixiert waren, scheint es so dass mittlerweile – sei es durch neue Reportingmöglichkeiten oder verbesserte Tools – auch andere Kenngrößen vom Webseitenbetreiber selber gesehen und ausgewertet werden. Die gewollte und umgesetzte Handlung eines Webseitenbenutzers in die gewünschte Aktion wird als Conversion bezeichnet und kann in einem Online-Shop der Kauf eines Produktes, in einem Forum das Verfassen eines Beitrags oder bei einer Affiliate-Seite der Klick auf ein Werbebanner sein.

Im folgenden Artikel sollen eher grundsätzliche Tipps zur Steigerung der Conversion von Webseiten geben, die eher für kleine und mittlere Webprojekte gedacht sind und vom Webmaster selbst umgesetzt werden können.

Ermittlung der eigenen Conversion?

Die Conversion kann mit einer einfachen Formel errechnet werden, so teilt man die Anzahl der erhaltenen Conversions (Bestellungen, Downloads, Klicks, Anfragen, Anrufe…) durch die Besucherzahl der Webseite, die zur entsprechenden Handlung auffordert. Als Faustregel im Internet gilt, dass jeder 100. Besucher einer Webseite eine Conversion ausführt, rein rechnerisch wäre das eine Conversion-Rate von 0,01 – also 1%. Tatsächlich variiieren die Conversion-Rates einzelner Webseites stark, in den USA wurden Statistiken von Onlineshops veröffentlicht, die eine Conversion-Rate von 25% auswiesen. Natürlich sind viele Faktoren ausschlaggebend und man sollte hier keine Vergleiche mit der eigenen Seite ziehen, beispielsweise könnte es sein, dass so ein Shop den Hauptteil der Besucher über Suchmaschinen und den Markennamen erzielt – logisch, dass hier die Conversionrate extrem hoch ist.

Welche Punkte sind ausschlaggebend für die Conversion?

1. Bildschirmauflösung:

Die wichtigsten Informationen der Webseite sollen direkt nach dem Aufruf der Webseite auf dem Bildschirm erkennbar sein, horizontale oder vertikales Scrollen führt oftmals zum Abbruch des Besuches. Viele Webmaster sitzen in Ihrem Büro vor großen Monitoren und haben die Auflösung entsprechend Ihren eigenen Gegebenheiten gewählt. Tatsächlich verfügt der Kunde am häuslichen Computer oft nur über eine älteren und kleineren Bildschirm und arbeitet mit geringeren Auflösungen. Hier sollte mit verschiedenen Auflösungen experimentiert werden, in eingängigen Tools (z.B. Analytics) ist abzulesen, mit welchen Browsern und Auflösungen die Kunden auf die Webseite kommen.

2. Struktur der einzelnen Seiten

Oftmals sind Webseiten umfangreich und verfügen über immense Mengen an Content. Die wichtigsten Informationen sind aber nur an bestimten Stellen des Shops (z.B. der Startseite) verfügbar. Tatsächlich muss berücksichtigt werden, dass viele Besucher über Suchmaschinen, Links und Verweise auf Unterseiten der Webpräsenz einsteigen. Jede einzelne Seite sollte als eigenständige Seite betrachtet werden und eine Handlungsaufforderung sowie den Link zu Kontaktmöglichkeiten enthalten.

3. Inhalte der einzelnen Seiten

Jeder Teil einer Webseite sollte strukturierte und sinnvolle Inhalte enthalten, die allesamt auf die gewünschte Conversion hinarbeiten. Im Optimalfall fühlt sich der Besucher durch die Produktbeschreibungen und Produktbilder animiert, den gewünschten Artikel zu kaufen. Zuviele Worte können genauso wie zu spärliche Texte zum Abbruch des Besuches führen – hier sollte die gesunde Mitte gefunden werden.

4. Seitenladegeschwindigkeit

Alle Elemente einer Webseite sollten in kurzer Zeit über verschiedensten Verbindungsgeschwindigkeiten geladen und aufgebaut werden können. Ähnlich der Bildschirmauflösung ist es oft so, das Webmaster über gute Internetverbindungen verfügen, die dem Großteil der Kunden nicht zur Verfügung stehen. Lange Ladezeiten sind nicht nur quälend für die Besucher, sondern mittlerweile auch eine negatives Signal für das Ranking der Seite in den Suchmaschinen. Gängige Tools (z.B. Analytics) gegen detaillierte Auskunft.

5. Usability / Navigation

Eine Webseite sollte klar strukturiert sein, möglichst einfach zu verstehende Handlungsaufforderungen besitzen und einen über eine übersichtliche Nutzerführung verfügen. So ist ein kompiziertes Warenkorbverfahren, in dem viel zu viele Informationen eingegeben werden müssen oft das K.O.-Kriterium eines Webshops, der bis dahin die Nutzer mit ansprechenden Preise und Produkten zu begeistern wusste. Zu viele Felder, zuviele Klicks und eine Unübersichtlichkeit kann auch an dieser Stelle noch zu immens vielen Kaufabbrüchen führen.

Die Steigerung der Conversion sollte immer in kleinen Teilschritten erfolgen. Verändert man zu viele Dinge, kann letztlich nicht nachvollzogen werden, welche Änderung zur Verschiebung im Conversionsverhalten geführt hat. Zunächst ist es wichtig, die eigene Conversion-Rate zu ermitteln. Im Optimalfall wird immer nur eine Änderung umgesetzt – die Veränderungen in der Conversion sollten über eine repräsentativen Zeitraum festgehalten werden. Oftmals spielen auch verschiedene Änderungen (Beispiel: Änderung der Auflösung, dadurch bedingtes Verschieben eines auffälligen Bestell-Buttons in den sichtbaren Bereich, verkürzter Bestellprozess) optimal zusammen, müssen aber einzeln gestestet und ausgewertet werden.

Was leisten einschlägige Agenturen?

Während bei großen Webanbietern und Shopping-Portalen oftmals an den letzten 0,5% gefeilt und mit einem blinkendem Button, einem andersfarbigen Hintergrund und verschiedenen Zahlungsarten experimentiert wird, die dann von Agenturen im multivariaten Testing eingeführt und großartig für die Steigerung der Conversion ausgewertet werden, reicht es für den kleinen und mittelständischen Webseitenbetreiber oft aus, die grundsätzlichen Dinge mit dem gesunden Menschenverstand zu analysieren und die eigenen Seiten auch mal aus der Sicht des Nutzers anzuschauen – ein Besuch bei Freunden, Verwandten oder Kollegen mit einem gemeinsamen Surfen über die eigenen Seiten führt oft schon zu erstaunlichen Erkenntnissen, für die man bei renommierten Agenturen viel Geld bezahlen kann.

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Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

Topics: Allgemein | 1 Kommentar »

Ein Kommentar to “Tipps zur Steigerung der Conversion”

  1. Lothar meint:
    30.Juli 2012 at 18:36

    Man sollte vielleicht noch erwähnen: der Besucher sollte nicht durch zuviel unnötigen Schnickschnack abgelenkt werden. Allzu viele Werbebanner (auch von Google-Adsense) zum Beispiel können den Besucher vom eigentlichen Zweck der Seite ablenken die Conversion einschränken. Hier ist weniger oft mehr.

Kommentare