Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung

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Konzeption einer Webseite

Von Bernhard Heß | 27.Mai 2010

Bevor man eine Internetseite erstellt oder erstellen lässt, sollte man sich als Seitenbetreiber Gedanken darüber machen, was für Ziele mit dieser Webseite erreicht werden sollen. Für die Konzeption einer Webseite gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten, hier einige davon:

Webvisitenkarte als statisches System:

Mit der Gestaltung einer einfachen Webvisitenkarte kann man als Firma im Internet präsent sein – meist wird als Domainname der Firmenname gewählt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass man mit diesem Suchbegriff nach kurzer Zeit bei den Suchmaschinen aufgefunden wird. Falls also der Firmenname durch Mundpropaganda oder Offline-Werbung bekannt gemacht wird, hat man schon fast die Gewähr, dass der Firmenauftritt über die Suchmaschinen gefunden wird. Eine Webvisitenkarte wird als statisches System meist einmalig mit Inhalten gefüllt, die die Firma ausführlich beschreiben und danach nur noch wegen der Aktualität gepflegt.

Webseite mit Content-Management-System:

Ist eine etwas ausführlichere Variante, die sich für größere Firmen empfiehlt, bei denen in regelmäßigen Abständen neue Produkte eingeführt, weitere Geschäftsfelder erschlossen oder Informationen an die Öffentlichkeit gebracht werden sollen. Um den Aufwand für das Programmieren der Webseite gering zu halten, wird ein sogenanntes Content-Management-System verwendet, welches es auch Nichtinformatikern erlaubt, Texte und Bilder in eine brauchbare Internetseite zu verwandeln. Dafür sind die unterschiedlichsten Systeme erhältlich.

Blog:

Natürlich ist ein Blog auch ein Content-Management-System, er empfiehlt sich für Seitenbetreiber, die permanent neue Inhalte, Informationen, Termine und aktuelle Änderungen online bringen möchten. Mit einem Blog als CMS hat man den Vorteil, dass man auf diesen ohne besondere Software, lediglich über einen Browser von jedem beliebigen Rechner zugreift und Inhalte veröffentlichen kann. So können an diesem System mehrere Autoren aus den unterschiedlichsten Gegenden der Welt arbeiten und ihre eigenen Beiträge schreiben. Durch die meist vorhandene Kommentarfunktion ermöglicht man den Lesern, Anmerkungen zu den einzelnen Artikeln zu schreiben und diese mit Tipps und Hinweisen anzureichern. Oft wird der Blog auch an eine klassische Webseite als Corporate Blog angeschlossen und man nutzt ihn zur Veröffentlichung von Neuigkeiten der Firma.

Forum:

Das Forum ist eine Schnittstelle für den Gedankenaustausch zwischen einzelnen Internetnutzern. Foren widmen sich meistens einem speziellen Thema und leben von den einzelnen Meinungen und Beiträgen der Nutzer. Mittlerweile existieren im Internet zu jedem denkbaren Thema Foren, die allesamt gemeinsam haben, dass die Inhalte durch die Nutzer generiert werden und dass zur Sichtung, Kontrolle und Sortierung der Beiträge meist ein, bei größeren Foren sogar mehrere Administratoren eingesetzt werden. Foren werden genau wie die Blogs gerne an bereits vorhandene Webpräsentationen angeschlossen und dienen dem Austausch zwischen einzelnen Nutzer, bei Herstellerseiten aber auch als Feedback zu angebotenen Produkten.

Shop:

Ein Shop ist die gängigste Lösung, wenn es im Internet um den Verkauf von Produkten oder den bezahlten Download von Informationen geht. Ein Shopsystem ist ebenfalls ein Content-Management-System, was über eine Warenkorb-Funktion verfügt, mit der die gewünschten Artikel ausgewählt, in einen virtuellen Warenkorb gelegt und anschließend über eine der angebotenen Zahlungsvarianten gekauft werden können. Der Versandhandel ist ein wachsender Wirtschaftszweig – hier verfügt der Kunde über die gleichen Rechte wie beim realen Kauf im Laden von nebenan, allerdings wird hier bequem vom heimischen Schreib- oder Couchtisch aus bestellt und die Ware wird von einem Transportunternehmen bis vor die Haustür gebracht.

Nachdem nun in aller Kürze ein Überblick über die gängigsten Systeme gegeben wurde, kommen wir nun zu unserem eigenen realen Projekt, an dessen Beispiel wir verdeutlichen möchten, welche Schritte als Konzeption der Webseite für die Gründung und den Betrieb einer erfolgreichen Seite vonnöten sind.

Für die Konzeption einer Webseite ist es besonders wichtig, dass das Ziel klar definiert wird. In unserem Beispielprojekt haben wir die Absicht, uns als Mittelsmann zwischen die Hersteller von Kaffeebechern und die Abnehmer, möglichst mittlere und große Kunden aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu schalten, also nicht die Hersteller direkt, sondern lieber uns finden zu lassen. Die Inhalte unsere Webseiten müssen daher auf Keywords aufgebaut sein, die sich mit der Herstellung, Bedruckung und dem Handel von Kaffeebechern beschäftigen und hinter denen wir die angegebenen Kunden vermuten.

Zunächst wollen wir feststellen, ob die Keywords für diesen Bereich überhaupt über Suchmaschinen gesucht werden und nutzen dazu das Google-Adwords-Keywordtool:

https://adwords.google.ch/select/KeywordToolExternal

Dieses Tool zeigt uns zu eingegebenen Suchbegriffen verwandte Suchwörter, die Suchhäufigkeit im Monat und Jahresdurchschnitt und die Mitbewerberdichte (1 = sehr hoch) an. Für unsere eingegebenen Suchbegriffe „Kaffeebecher“, „Thermobecher“, „Pappbecher“ und „Hersteller“ werden uns nun eine ganze Reihe von verwandten Suchbegriffen angezeigt, für die wir uns eine Excel-Tabelle mit den Suchhäufigkeiten anlegen, die hier im Endergebnis als Download in PDF-Form erhältlich ist:

Übersicht der Keywords

Projekt-Keywords als PDF downloaden

Diese Auflistung ist schon nach von uns augesuchten Worten gefiltert und lässt erkennen, dass bei den knapp 40 Begriffen ein gesamtes Suchvolumen von mehr als 500.000 Anfragen angegeben wird.

Bitte beachten:

Diese Zahl gibt nicht an, wie viele Besucher auf die eigene Homepage geleitet werden, wenn im (kaum erreichbaren) Optimalfall alle Begriffe auf Position 1 der Suchergebnisse gerankt werden! Sie gibt lediglich an, wieviele Anfragen mit diesem Suchtherm im Monat, bzw. Jahr gestellt werden. Die Klicks daraufhin verteilen sich über alle Ergebnisse der organischen Suche, der bezahlten Werbung und natürlich gibt es auch genügend Ergebnisseiten. Weiterhin wird das Klickverhalten auf das gezeigte Snippet durch die Formulierung der Metabeschreibung (wird meist als Snippet wiedergegeben) und des Seitentitels beeinflusst.

Wir wissen, dass es eine gewisse Zeit dauern wird, rechnen aber natürlich mit einem guten Ranking unserer gewählten Suchbegriffe, und kalkulieren mit etwa 1/50 der angegeben Besucher – daher sollten mit unseren Begriffen später ungefährt 10.000 Besucher unsere Seiten besuchen. Bei einer gängigen Conversion von 1% definieren wir also unser Ziel dementsprechend, dass wir mit unserer Seite später 100 Anfragen im Monat von potentiellen Käufern erhalten, die sich mit allen Stückzahlen von Kaffeebechern, Thermobechern und Pappbechern beschäftigen. Ein lohnendes Projekt, da bei guter Kalkulation, den richtigen Herstellern und nicht übermäßig großen Gewinnspannen mit Sicherheit jeder 3. Auftrag zustande kommen wird. Wir rechnen also mit circa 30 größeren Aufträgen im Monat – die Grundlage unseres Geschäftsmodells ist es, unser Angebot in den Suchmaschinen möglichst sichtbar zu machen und im Auftragsfall bei den unterschiedlichen Herstellern einzukaufen, die Individualisierung (Bedruckung) durchführen zu lassen und die fertigen Artikel mit Gewinn an die Endkunden zu versenden.

An diesem Beispiel ist erkennbar, dass wir uns schon lange vor der Auswahl des Content-Management-Systems und der Gestaltung der Webseite unsere Ziele definiert und die Konzeption der Webseite erarbeitet haben. Alle folgenden Schritte werden der bestmöglichen Umsetzung dieser Ziele gewidmet uns sind allein von den Keywords abhängig.

Vor der Gestaltung einer jeden Webseite sollte klar sein, was das Ziel dieser Präsentation ist, besonders jedoch bei Shopsystemen und Seiten, die anderweitig Umsätze erzielen sollen, wie z.B. das Bearbeiten von Anfragen oder das Erzielen von Werbeeinnahmen.

Die Konzeption einer Webseite ist nicht schwierig, viel wichtiger ist, dass sich von der Erstellung an alle folgenden Maßnahmen wie ein roter Faden durch die den gesamten Aufbau und die Vermarktung der Webseite ziehen – bei größeren Präsentation ist es oft so, dass die Betreiber nicht mehr in der Lage sind, allen Beteiligten die notwendigen Informationen zu vermitteln, sodass an vielen Stellen bearbeitet und erweitert wird, jedoch kein Nutzen aus diesen unproduktiven Maßnahmen gezogen werden kann.

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Autor des Artikels: Bernhard Heß



Bernhard Heß ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierer und bloggt über Aktuelles, Trends und Veränderungen rund um SEO. Mehr Informationen auch bei Google+, Twitter und bei Facebook.

Topics: Webseitenerstellung | Kein Kommentar »

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